Behavior Based Safety: Mehr Arbeitssicherheit durch positive Verhaltensänderungen
Arbeitssicherheit ist ein entscheidender Faktor in jedem Unternehmen. Behavior Based Safety (BBS) setzt darauf, sicheres Verhalten gezielt zu fördern, anstatt auf Sanktionen und Verbote zu setzen. Ziel ist es, eine umfassende Sicherheitskultur zu etablieren, in der Mitarbeiter sich bewusst und nachhaltig sicherheitsgerecht verhalten. Doch wie funktioniert dieses Konzept genau?
Was ist Behavior Based Safety?
Behavior Based Safety basiert auf der Idee, dass sich Sicherheit am Arbeitsplatz durch verändertes Verhalten der Mitarbeiter verbessern lässt. Anstatt Risiken durch strikte Vorschriften zu minimieren, setzt BBS auf Motivation, Beobachtung und Feedback, um sicheres Verhalten zu belohnen und langfristig in den Arbeitsalltag zu integrieren. Das Konzept stützt sich darauf, dass positive Bestärkung effektiver ist als Bestrafung.
Wie funktioniert Behavior Based Safety?
Viele Unternehmen setzen auf Verbote und Sanktionen, um die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen zu gewährleisten. BBS verfolgt jedoch einen anderen Ansatz: Durch kontinuierliche Förderung und Wertschätzung sicherheitsbewussten Verhaltens wird eine nachhaltige Sicherheitskultur geschaffen.
Ein zentrales Element dabei ist die Vorbildfunktion von Führungskräften und Kollegen. Sicherheitsbewusstes Verhalten soll durch Beobachtung und positives Feedback gestärkt werden. Mit der Zeit führt dies zu einer unternehmensweiten Akzeptanz sicherheitsförderlicher Verhaltensweisen.
Die zentralen Schritte im Behavior-Based-Safety-Prozess
Um BBS erfolgreich in einem Unternehmen zu etablieren, sind folgende Maßnahmen entscheidend:
- Sicheres Verhalten definieren: Sicherheitsrelevante Verhaltensweisen müssen klar formuliert und beobachtbar sein. Statt abstrakter Begriffe wie „Sicherheitsbewusstsein“ werden konkrete Handlungen festgelegt, z. B. die regelmäßige Prüfung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA).
- Unmittelbares Feedback geben: Beschäftigte erhalten direktes, konstruktives Feedback zu ihrem Verhalten. Sicheres Verhalten wird positiv hervorgehoben, während risikobehaftetes Verhalten thematisiert wird – jedoch nicht durch Schuldzuweisungen, sondern durch gemeinsames Lernen aus Fehlern.
- Ziele setzen und Anreize schaffen: Erfolgsmessung ist essenziell. Beispielsweise kann eine Reduzierung der Unfallzahlen als Ziel definiert werden. Wird dieses erreicht, können Anreize wie zusätzliche Urlaubstage oder andere Belohnungen die Motivation weiter steigern.
Messung des Erfolgs von Behavior Based Safety
Um den Erfolg von BBS zu überprüfen, können verschiedene Methoden eingesetzt werden:
- Routinebegehungen und Beobachtungsprotokolle: Durch regelmäßige Kontrollgänge lassen sich Fortschritte dokumentieren.
- Überprüfung gesetzlicher Sicherheitsstandards: Fachkräfte für Arbeitssicherheit führen umfassende Kontrollen durch.
- Lernerfolgskontrolle: Teilnahmequoten an Schulungen und das praktische Umsetzen von Schutzmaßnahmen werden beobachtet.
- Unfallstatistiken: Der Rückgang von Arbeitsunfällen gibt direkten Aufschluss über den Erfolg von BBS.
Was müssen Arbeitgeber beachten?
Behavior Based Safety ist ein langfristiger Prozess. Unternehmen sollten darauf achten, dass die gesammelten Daten anonymisiert und nicht für disziplinarische Maßnahmen verwendet werden. Die Mitarbeitenden sollen sich aktiv und freiwillig an der Sicherheitskultur beteiligen, ohne Angst vor Sanktionen. Wichtig ist, dass BBS nicht als Kontrollinstrument, sondern als präventives und motivierendes Konzept wahrgenommen wird.
Fazit
Behavior Based Safety ist ein wirkungsvolles Konzept, um die Arbeitssicherheit nachhaltig zu verbessern. Durch positive Verstärkung, gezieltes Feedback und klare Zielvorgaben lässt sich eine Kultur der Sicherheit im Unternehmen etablieren. Wer BBS konsequent umsetzt, kann nicht nur die Unfallzahlen senken, sondern auch das Bewusstsein und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter für Sicherheit nachhaltig stärken.