HSE - Markt- und Messeplatz

Diskriminierung am Arbeitsplatz


Urheber:in:
ASU Arbeitsmedizin



Viele ausländische Arbeitskräfte klagen über Diskriminierung

Hürden für internationale Fachkräfte in Deutschland

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist ein viel diskutiertes Thema. Um diesem entgegenzuwirken, wirbt das Land verstärkt um ausländische Arbeitskräfte. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt jedoch, dass viele internationale Fachkräfte mit Diskriminierung und bürokratischen Hürden konfrontiert sind.

Diskriminierung in verschiedenen Lebensbereichen

Laut der Studie berichten 56 Prozent der befragten ausländischen Arbeitskräfte von Diskriminierung in mindestens einem Lebensbereich. Besonders betroffen ist die Wohnungssuche, wo Vorurteile gegenüber Migranten noch immer weit verbreitet sind. Aber auch im Kontakt mit Behörden und Institutionen fühlen sich viele benachteiligt. Rund ein Fünftel der Befragten gab an, bei Ämtern oder Behörden Diskriminierung erlebt zu haben.

Bürokratische Herausforderungen

Trotz des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG), das die Zuwanderung von Fachkräften erleichtern soll, bestehen weiterhin bürokratische Hürden. Besonders die Visumserteilung, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Fragen zur Familienzusammenführung gestalten sich oft schwierig. Experten betonen, dass Einwanderung ein gemeinschaftlicher Prozess ist, bei dem auch die Integration der Familie eine wichtige Rolle spielt. Eine umfassendere Betreuung, die sich auch um die Jobsuche von Partnern, Kinderbetreuung und Wohnungssuche kümmert, könnte die Attraktivität Deutschlands für ausländische Fachkräfte erhöhen.

Soziale Integration als entscheidender Faktor

Neben den bürokratischen Aspekten spielt auch die soziale Integration eine entscheidende Rolle. Viele Zuwanderer informieren sich vor ihrer Entscheidung durch persönliche Kontakte, die bereits in Deutschland leben. Deren Erfahrungen prägen das Bild, das Deutschland als Einwanderungsland vermittelt. Ein positives Umfeld kann also maßgeblich dazu beitragen, dass sich ausländische Fachkräfte für Deutschland entscheiden.

Fachkräfteeinwanderung im Wandel

Die Zahlen zeigen, dass die Erwerbsmigration aus Nicht-EU-Staaten in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Zwischen 2010 und 2019 verdoppelte sich die Zahl der Einwanderer aus diesen Ländern nahezu. Nach einem Rückgang während der Corona-Pandemie erreichte sie 2023 mit 72.000 Zuwanderern einen neuen Höchststand. Auffällig ist, dass der Anteil junger Menschen (18 bis 31 Jahre) nach Einführung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes von 42 Prozent auf 61 Prozent gestiegen ist.

Fazit

Deutschland benötigt ausländische Fachkräfte, um dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Doch Diskriminierung und bürokratische Hürden schrecken viele potenzielle Einwanderer ab. Um langfristig attraktiv für internationale Talente zu bleiben, muss Deutschland nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen weiter optimieren, sondern auch eine offenere und integrativere Gesellschaft fördern.


Schlagwörter

0
    0
    Warenkorb
    Ihr Warenkorb ist leer
    Nach oben scrollen